Nachkriegsgeneration

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Eisblumen und Fliegenfänger
Ein Briefwechsel aus unterschiedlichen Perpektiven

224 Seiten, 17 x 24,5 cm, 16 farb. Abb. von Malereien/Zeichnungen,
Softcover mit Klappenbroschur, 700 g, ISBN 978-3-947541-39-3

Beschreibung

Vorwort von Ulrike Thiede

Zwei Freunde, im vierten Lebensquartal angelangt, tauschen Erinnerungen über ihre Kindheit aus.
Der Ältere erlebt als Vierjähriger die Bombenangriffe auf Köln, die Befreiung durch die amerikanischen Truppen und die Härte der späten 40er Nachkriegsjahre mit, macht also die unmittelbare Erfahrung von Gefährdung und Entbehrung durch Krieg und Nachkrieg.
Dem Jüngeren widerfährt die „Gnade der späten Geburt“, aber wie gnädig waren die 50er Jahre zu ihren Kindern tatsächlich?
Der Künstler Rolf (Jg 51) und der auch künstlerisch tätige Architekt Gerd (Jg 40) erzählen in ihrem Briefwechsel von ihrer Kindheit. Der Ältere wird in ein bürgerlich-künstlerisches, der Jüngere in ein kleinbürgerliches Milieu am Rande Dortmunds hineingeboren.
Während die Erinnerungen des Kriegskindes Gerd zunächst um die Angst während der Bombenangriffe auf Köln und die Ungewissheit angesichts der amerikanischen Sieger kreisen, weichen diese rasch dem Erleben eines befreienden Aufbruchs in den 50er Jahren mit allen Angeboten eines auch durch die politischen Gegebenheiten ermöglichten Neubeginns, obwohl der Vater erst 1951 aus russischer Kriegsgefangenschaft heimkehrt.
Das Nachkriegskind Rolf hat von Beginn seines Lebens an beide Eltern um sich; die Kriegsverletzung des Vaters und dessen Schweigen führen jedoch zu einer gewissen Lähmung in der Familie.
Diese Verschiedenheit der historischen, aber auch der sozialen und emotionalen Bedingungen prägt den Lebensweg bis hin zu den jeweiligen künstlerischen und beruflichen Entwicklungen. Die Erinnerungen daran erzeugen Reflexionen über deren Bedeutung, auch über den Krieg allgemein und die Kriege der Gegenwart, die dem Brieffreund mitgeteilt, von diesem bedacht und mit Empathie und kritischer Einschätzung beantwortet werden.
So wird dieser Briefwechsel -beinahe eine aus der Zeit gefallene schöne Form- zu einem Zeugnis für einen offenen, erkenntnisreichen Austausch zweier erfahrungsvoller Menschen, gleichzeitig die Warnung vor Ignoranz, Zerstörung und Krieg.